Das schönste Mitbringsel… ein Globus!

Am zweiten Tag im Jurtencamp sind wir ein wenig spazieren gegeangen. Zunächst ein wenig am Jenissei entlang, dann wieder landeinwärts zurück.

Als wir an einem Schafspferrch vorbeikamen schaute ich mir das etwas näher an und stolperte quasi über Folgendes:

Was für ein Kunstwerk! Ich konnte mein Glück kaum fassen. Da muss irgendein Vater für seine Kinder einen Globus selbst gebastelt haben. Oder die Kinder hatte eine Hausaufgabe und die Holzkugel zum Selbstgestalten bekommen.

Wie dem auch sei – lange kann er noch nicht dort gelgen haben und besonders alt wird er nicht sein, denn sonst wäre er nicht so gut erhalten.

Für mich ist es ein Beweis, dass es selbst im „hintersten Sibirien“ genauso zugeht, wie bei uns: die Eltern (und/oder die Schule) versuchen Ihren Kindern das Beste zu mitzugeben, was sie fürs Leben brauchen: Bildung!

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Pobeda-Uhr auf Ebay gefunden: 50 Jahre Tuwa 1945-1995

Nachdem ich im Nationalmuseum schon eine Tuwa-Uhr gesehen hatte, konnte ich es kaum glauben, auf Ebay ein vergleichbares, fast sogar schöneres Exemplar zu finden.

Nun hoffe ich nur noch, dass die Uhr auch gut ankommt und funktioniert!

Wikipedia bietet einen guten Artikel zu Pobeda als Uhrenmarke…

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Feuerwehr in Kysyl und Abakan

Als wir die heilige Biberquelle in Kysyl besuchten, waren wir fast alleine. Yuli sagte, dass man frümorgens Schlangestehen muss, um sich Wasser abzufüllen. Kann sein.

Als wir jedenfalls zurückfuhren zur Umgehungsstraße stand da plötzlich ein Feuerwehrauto ein ziemlich altes dazu:

 

Nur warum es da stand ist nicht so klar. Es war auch nur ein Feuerwehrmann im Wagen, der sich aber hinten herumdrückte und uns keine Aufmerksamkeit schenkte.

In der Nähe von Yulis Haus im Südosten der Stadt dann eine moderne Feuerwache. Leider von außen aber nicht viel zu sehen:

Feuerwache in Kysyl

Erst auf der Rückreise in Abakan gab es etwas mehr zu sehen, denn in der Nähe unseres Hotels gab es auch eine Feuerwache:

Feuerwache in Abakan

Dort waren natürlich auch moderne Fahrzeuge im Hof:

Die alten Fahrzeuge dienten mehr zu Werbezwecken:

Aufgrund der sprachlichen Barrieren konnte ich leider keinen Kontakt aufnehmen, um mir die Wache und die Fahrzeuge näher zeigen zu lassen…

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Tag 3: Kysyl

Donnerstag, 10. Mai 2018. Der heutige Tag begann mit einem Frühstück im Café neben dem Hotel. Dazu muss man wissen, dass der Russe an sich gerne deftig frühstückt. Nachdem wir Koteletts und andere schwere Kost abgelehnt hatten, servierte man uns Eier mit Reis. Danach dann ein Gang zur Apotheke, wo ich mir Ersatz für meine in Moskau verlorene Lesebrille beschaffte. Die Wirtsleute im Café hatten gesagt, dassm an dort etwas fände. Dass danach plötzlich überall an der Straßen Lesebrillen zu Spottpreisen feilgeboten wurden war natürlich klar… Ich bin dann mit meiner „Mädchenbrille“ weitergezogen, denn was anderes hatte die Apotheke in meiner Stärke nicht vorrätig gehabt.

Nun weiter und zunächst ins Nationalmuseum, wo unter anderem das Skythen-Gold ausgestellt ist:

Nationalmuseum Kysyl

Uns wurde eine Dolmetscherin zugeteilt, die uns zunächst zu den Ausgrabungen und dann aber auch durch den Goldschatz von Arschan 2 im tuwinischen Tal der Könige führte. Auf 3Sat hat es auch eine sehr gute Reportage hierzu gegeben, die einen schönen Eindruck der Landschaft, der unglaublichen Grabanlage und natürlich der Bergung des Goldschatzes und des Goldschmuckes selbst vermittelt.

Nach dem Museum dann erst einmal einen richtigen Milchkaffee um die Ecke. Und eine Suppe im coffee day – hinter dem Museum.

Auf dem Weg in die Post haben wir Phoebe und Glen wiedergetroffen, wo wir dann gemeinsam schöne Jubiläumsmarken für die zu schreibenden Postkarten kauften. Ralph hatte von Michael Munday 1991 gestaltete Postkarten, die er am Abend inklusive aktueller Briefmarken zu verteilen gedachte. Ich ließ mir meine von einigen Protagonisten signieren.

Am Abend dann ein offizieller Empfang im Tourismus-Zentrum. Etwa 50 Personen, darunter Vertreter der Universität, eine Gruppe Obertonsänger und viele Mitglieder und Freunde der Familien Leighton und Daryma. Nach einigen Reden zur Begrüßung gab es am Brunnen ein Oberton-Konzert und Feuerwerk, danach dann zurück im Festsaal ein Stück von der Feynman-Torte. Viele interessante und spannende Kontakte, Gespräche und schöne Momente.

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Tag 2: Schuschenskoje-Kysyl

Mittwoch, den 9. Mai 2018. Nationalfeiertag in Russland: Tag des Sieges.

Nach dem Museum aber  weiter in Richtung Süden bis nach Tansibej (Танзыбей) wo unser Fahrer in einem Jurtenrestaurant Mittagspause machte und auch wir eine Kleinigkeit aßen bzw. unseren ersten sibirischen Tee tranken: Schwarztee mit viel Milch und Salz. Beim ersten Schluck ähnlich gewöhnungsbedürftig, wie das erste gesalzene Popcorn, wenn man mit süßem aufgewachsen ist.

Danach dann weiter, und schon bald waren wir am ersten Heiligtum vorbei über den Pass  und an der tuwinischen Grenze:

Als wir dann aus den Bergen herunterfuhren und in die Ebene vor Turan (Туран) kamen, eröffnete isch eine Landschaft, wie sie anders kaum sein konnte, als vorher in Khakassien und Krasnojarsk. Eine weite Steppe mit Hügel und kaum Bäumen:

Weite Steppen im Norden Tuwas

Pferde, Kühe… alles läuft frei herum. Der letzte Schnee war vor gut zwei Wochen gefallen und obwohl es tagsüber bereits 20 Grad und mehr hatte, lag an manch schattiger Stelle noch immer der Schnee:

Nur am Fuße der Berge noch Bäume

Nach gut 3,5 Stunden Fahrt seit Schuschenskoje dann endlich das Ortsschild von Kysyl:

Am Ortseingang von Kysyl (Кызыл)

Der Ortsname – ohne jeglichen Vokal – hatte Feynman und Leighton 1977 dazu animiert, dieses verschwundene Land der so besonderen Briefmarken besuchen zu wollen.

Hotel Mongulek, Kysyl

Irgendwann sind wir dann endlich in unserem Hotel Mongulek angekommen. Todmüde von der langen Anreise und Zeitverschiebung (+5h) aber froh, endlich duschen und bald ins Bett gehen zu können. Bald. Denn nach der Dusche wollten wir noch kurz zum Zentrum Asiens und dort in der Nähe etwas Essen. Unser Hotel lag zwar in einem nicht gerade tollen Viertel, aber immerhin mussten wir nur ein paar hundert Meter am Seitenarm der Jenisseis entlanggehen, bis wir zum Obelisken kamen, der die inzwischen dritte Fassung dieses von Carruthers initiierten Denkmals darstellte. Seine 2014er Auflage sozusagen, die anlässlich des 100. Geburtstages der Stadt Kysyl errichtet worden war:

Obelisk Zentrum Asiens

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Tag 2: Abakan-Schuschenskoje

Mittwoch, den 9. Mai 2018. Nationalfeiertag in Russland: Tag des Sieges.

Nachdem wir die Gepäckfragen geklärt hatten sind wir in Yulis Auto gestiegen. Mit funktionierenden Sicherheitsgurten. Dank meiner russischen SIM-Karte konnte (und musste) ich schnell mit Google Translate arbeiten, denn mein Russisch reichte bei weitem nicht für Anweisungen zur Reiseroute. Mit der Spracheingabe funktionierte das sogar erstaunlich gut, auch wenn die Ergebnisse manchmal zu lustigen Ergebnissen führte. Da wir jedoch alle wussten, worum es ging, gab es trotzdem keine Missverständnisse sondern höchstens Gelächter und gute Laune.

Als erstes wollte zumindest ich unbedingt Schuschenskoje sehen, denn mein Vater war 1994 dort gewesen und hat uns ein paar Bilder und eine Anstecknadel hinterlassen. Als wir in den Ort fuhren war gerade Parade und Volksfest zum Tag des Sieges (s.o.), sodass wir – mit Google Maps über Umwege zum Museum fuhren und schon befürchteten, dass das es wegen des Feiertages geschlossen sei. Aber wir hatten Glück.

Überhaupt ist das einer der ersten Eindrücke, die man hier sofort bekommt: Alles sieht geschlossen aus und man muss wirklich an die Türen gehen und sie zu öffnen versuchen, um sichergehen zu können, ob tatsächlich geschlossen ist oder eben nicht. So auch am Eingang des Museums. Keine Menschenseele weit und breit.

Museum in Schuschenskoye

Irgendwann kurz vor dem Ende der Führung kam dann auch das Haus, in dem Lenin eine Zeitlang gewohnt hatte:

Lenin-Haus in Schuschenkoje

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Tag 2: Moskau-Abakan

Mittwoch, den 9. Mai 2018. Nationalfeiertag in Russland: Tag des Sieges.

In Moskau wurde es dann plötzlich sehr hektisch, denn wegen des kurzen Aufenthaltes von nur knapp einer Stunde und den Einreiseformalitäten hätten wir fast den Anschlussflug nach Abakan verpasst. Zumindest meine Lese- und Sonnenbrille sind bei der Sicherheitskontrolle tatsächlich auf der Strecke geblieben und – wie ich auf dem Rückweg feststellen musste – auch nirgendwo abgegeben worden. Am Scanner hörten wir schon, wie wir namentlich zum last call gerufen wurden und sind losgerannt… am Gate dann alle anderen schon im Bus und wir mit fliegenden Taschen hinein, bevor die Türen zugingen.

Dort auf Glen Cowan getroffen, mit dem wir ursprünglich gemeinsam den Transfer nach Kysyl geplant hatten. Da die Universtät von Kysyl – wo er Vorträge geben sollte – aber darauf bestanden hatte, ihn selbst abzuholen, waren wir auf uns gestellt und hatten einem Tipp Ralph Leightons folgend Yuli als Fahrer angeheuert.

Der Flug begann – obwohl es bereits nach Mitternacht war –  mit einem weiteren Abendessen. Ein ziemlicher Unsinn, denn ein Frühstück zur Ankunft in Abakan wäre deutlich sinnvoller gewesen. Immerhin gab es ein anderes Menü. Und dann eine Mütze Schlaf, für die, die es konnten. Ich war hellwach und setzte mein Journal ein wenig fort. Ich sah der Sonne beim Aufgehen zu – wir flogen ihr ja quasi entgegen:

Nachtflug von Moskau nach Abakan

Als es heller wurde konnte man auch erste Eindrücke der unendlichen Weite der überflogenen Landschaften bekommen. Vor der Landung hat man den Jenissei schön sehen können.

Der Jenissei bei Abakan

Irgendwann nach 8 Uhr Ortszeit (Zeitzonen) sind wir dann in Abakan gelandet.

Ankunft in Abakan. Kl. Kurre und Gl. Cowan im Vordergrund

Wir. Denn wie wir schnell feststellen durften, war unser Gepäck in Moskau stecken geblieben.

Gepäckausgabe in Abakan

Dank unseres tuwinischen Fahrers Yuli und einer englischsprachigen Freundin in Kysyl wurde das alles sauber protokolloiert und versprochen, es am nächsten Tag per Taxi ins 400 km entfernte Kysyl zu liefern. Hm.

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Tag 1: Nürnberg-Frankfurt-Moskau

Dienstag den 8. Mai 2018.

Endlich ist es also soweit – die Reise geht los und ich steige in die Tram, die mich zum Hauptbahnhof Nürnberg bringt, wo ich den ICE zum Flughafen Frankfurt nehme. Im

Terminal 2 dann Einchecken und warten auf den Flug nach Moskau. Jeder hat so sein Büchle dabei und angefangen zu lesen oder zu schreiben, ich habe mit meinem klassischen Journal begonnen:

Irgendwann ging es dann auch los – in einem nagelneuen Airbus A320. Der Flug nach Moskau ging schnell vorüber. Die Aeroflot hatte wegen des 95-jährigen Jubiläums sogar Speisekarten gedruckt und ein Auswahlmenü im Angebot.

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Das Wort des Arat

Dieses Buch beschreibt Szenen der Kindheit und Jugend des späteren Regierungspräsidenten der Republik Tuwa, Saltschak Toka bis hin zu den Auswirkungen der Oktoberrevolution in seiner Heimat. Nach dem Studium in Moskau kehrt er zurück nach Tuwa und bringt als Lehrer einerseits zwar Bildung ins Land, sorgt andererseits aber auch für die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und Unterdrückung des Schamanismus.

Saltschak Toka: Das Wort des Arat

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11. Mai 2018: Richard P. Feynmans 100. Geburtstag

Am 11. Mai hätte R. P. Feynman seinen 100. Geburtstag erlebt. Anlass und Grund genug, an diesen neugierigen und wachen Geist zu erinnern. Zunächst aber ein paar Webseiten mit allgemeinen Infos:

Nun zu den Veranstaltungen rund um dieses Jubiläum:

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